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Dentatorubrale-Pallidolysiale Atrophie (DRPLA)
Klinische Symptomatik
Die Dentatorubrale-Pallidolysiale Atrophie (DRPLA) ist bei Erwachsenen durch eine Ataxie, eine Choreoathetose und Charakterveränderungen bzw. eine Demenz bei fortgeschrittener Erkrankung gekennzeichnet. Bei Kindern findet man neben einer Ataxie typischerweise eine Myoklonus-Epilepsie und einen progressiven mentalen Abbau. Der Erkrankungsbeginn ist zwischen dem 1. und 60. Lebensjahr möglich, liegt jedoch meist um das 30. Lebensjahr. Bei manchen Patienten findet sich nur die choreatische Bewegungsstörung, wodurch die Erkrankung in diesen Fällen nur schwer von einer Chorea Huntington zu differenzieren ist. Neuropathologische Veränderungen im Sinne eines Zelluntergangs werden vor allem im dentatorubralen und im pallidolysialen System des ZNS gefunden. Kernspintomographisch finden sich typischerweise atrophische Veränderungen von Kleinhirn und Hirnstamm, nach längerem Verlauf mit diffusen Signalanhebungen der weißen Substanz (T2).
Genetik
Die DRPLA wird durch die Verlängerung eines CAG-Nukleotidtripletts im ATN1-Gen (Chromosom 12p13.31) verursacht. Die CAG-Tripletts kodieren für eine Abfolge von Glutaminresten im ATN1-Genprodukt. Die DRPLA wird autosomal dominant vererbt und tritt vor allem in der asiatischen Bevölkerung auf. Normalpersonen tragen 6-35 CAG-Repeats, Allele der Längen 20-35 gelten als möglicherweise instabil in der Keimbahnpassage, Patienten mit DRPLA tragen mehr als 48 CAG-Repeats. Eine erneute Verlängerung bereits pathologisch verlängerter Tripletts (Antizipation) ist häufig und am deutlichsten bei der Vererbung über die männliche Keimbahn.
Selten in Europa, häufiger in der asiatischen Bevölkerung (dort ca. 1 : 50 000)
- Ataxie, choreatische Bewegungsstörungen unklarer Ätiologie bzw. bei Hinweis auf autosomal dominanten Erbgang
- Analyse des Anlageträgerstatus in Risikofamilien
- Pränataldiagnose bei nachgewiesenem Überträgerstatus eines Elternteils
Parallele Sequenzierung mehrerer Gene
3-6 Wochen
