Sprechstunden/ Spezialsprechstunden am MGZ
Tel: 089 / 30 90 886 - 101
Hereditäre Neuropathie mit Neigung zu Drucklähmungen (HNPP)
Diagnostik über folgende genetische Analyse(n)/Panel möglich
Synonyme
Tomakulöse NeuropathieKlinische Symptomatik
-
Gesteigerte Empfindlichkeit der peripheren Nerven gegenüber geringfügigen mechanischen Beeinträchtigungen
- Rückbildung der Läsionen innerhalb von Tagen bis Wochen
- Wiederholung der Druckparesen bei ähnlichen inadäquaten Traumata
- Nervenleitgeschwindigkeit fokal verzögert, zum Teil mit Leitungsblockierung
- Klinisch kann die HNPP einer HMSN1A im Extremfall nahezu gleichen
- Einem Karpaltunnel-Syndrom kann eine HNPP zugrunde liegen
Genetik
Bei ca. 80 % der Patienten mit klinisch gesicherter HNPP liegt eine zur CMT1A-Duplikation reziproke Deletion von 1,4 Megabasenpaaren der CMT1A-/HNPP-Region auf Chromosom 17p11.2p12 vor, die den Genort für PMP22 (peripheres Myelinprotein 22) umfasst. Die dadurch verursachte verminderte Expression von PMP22 führt zu einer tomakulösen Neuropathie.
Diese HNPP-Deletion wird autosomal dominant vererbt, kann aber auch durch ein ungleiches Crossing-over neu entstehen. Partielle Deletionen führen zu asymmetrischen, oft spät beginnenden und fokalen Neuropathien. Seltener wird die HNPP durch Punktmutationen in PMP22 verursacht. Mutationen der Gene MPZ (Myelin Protein Zero) und Cx32 (Connexin 32) können zu ähnlichen Neuropathien führen.
Die häufigste Form der Hereditären Motorischen und Sensorischen Neuropathie Typ IA (HMSN1A) wird durch die CMT1A-Duplikation der gleichen 1,4 MB Region verursacht, die bei der HNPP deletiert ist.
Ca. 1 : 5 000
O. g. Symptomatik, besonders bei familiärer Belastung
3-6 Wochen
