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Neuropathie, Ataxie, Retinitis pigmentosa (NARP)
Klinische Symptomatik
Die meisten Patienten mit NARP (Neuropathie, Ataxie, Retinitis pigmentosa) entwickeln im Erwachsenenalter eine langsam progrediente, sensible oder sensibel-motorische axonale Neuropathie und eine Ataxie mit kernspintomographisch meist erkennbarer Kleinhirnatrophie. Eine Retinitis pigmentosa ist fast immer nachweisbar, kann jedoch in der ophthalmologischen Untersuchung sehr variabel ausgeprägt und auch von einer Optikusatrophie begleitet sein. Abhängig vom Heteroplasmiegrad der ursächlichen Mutation kann das klinische Bild sehr variabel und durch weitere neurologische Symptome wie epileptische Anfälle, Entwicklungsverzögerung oder kognitive Einbußen kompliziert sein.
Genetik
Ursache der NARP ist in den meisten Fällen eine Mutation m.8993T>G oder m.8993T>C im Gen MT-ATP6. Der Heteroplasmiegrad für diese Mutation korreliert mit der Schwere der Erkrankung. Bei einer Mutationslast von unter 70 % kommt es oft zu keinerlei klinischen Symptomen. Bei einem Heteroplasmiegrad von 70-90 % findet man das klinische Bild eines NARP-Syndroms. Wenn der Grad der Heteroplasmie in der mtDNA des Blutes über 90 % beträgt, manifestiert sich dagegen das klinische Bild eines maternal vererbten Leigh-Syndroms (MILS).
Autosomal dominant und rezessiv vererbte Mutationen des nukleär kodierten Gens POLG können auch zu einer NARP-Symptomatik führen. Bei diesen Patienten findet man häufig multiple mtDNA-Deletionen in Muskel-DNA.
