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Wolf-Hirschhorn-Syndrom, Mikrodeletion 4p16.3
Klinische Symptomatik
Zu den Merkmalen zählen:
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Mittlere bis schwere mentale und motorische Retardierung
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Hohe Stirn, prominente Glabella
- Craniale Asymmetrie
- Breite Nasenwurzel, nach unten gebogene Nase
- Nach unten gebogene Mundspalte mit schmaler Oberlippe und kurzem Philtrum
- Hochgebogene Augenbrauen
- Hypertelorismus, Epikanthus
- Strabismus divergens, häufig Iriskolobome
- Ohrmuscheldysplasien, Ohranhängsel
- Mikrogenie
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Pränatale Dystrophie
- Kleinwuchs, Mikrozephalie
- Schwere Gedeihstörung, Ernährungsschwierigkeiten
- Muskelhypotonie
- Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
- Sakralgrübchen
- Hypospadie und Kryptorchismus bei Jungen
- Epilepsie
- Skelettanomalien (z. B. Kyphose / Skoliose, Klumpfüße)
- Herzfehler
- Nierenfehlbildungen
- Strukturelle Hirnnfehlbidungen (z. B. Kleinhirnhypoplasie, Agenesie des Corpus callosum)
Genetik
Genetische Ursache eines WHS ist eine Mikrodeletion auf Chromosom 4p16.3. Dabei ist die Schwere des Syndroms abhängig von der Größe des deletierten Bereiches. Kleinere Deletionen mit einer Größe von unter 3,5 Mb zeigen einen milden dysmorphologischen Phänotyp ohne Fehlbildungen. Diese Deletionen können nur mit molekularzytogenetischen Methoden nachgewiesen werden, während größere Stückverluste in der Karyotypisierung erkennbar sind. Vor allem bei diesen größeren Deletionen ist eine Chromosomenuntersuchung der Eltern ratsam, um balanzierte Chromosomenveränderungen abzuklären.
Verantwortlich für die Symptomatik ist der Verlust einer etwa 165 kb großen Region (WHSCR-1). Eine weitere kritische Region, WHSCR-2, liegt distal zu WHSCR-1, beide in 4p16.3. Die von der Deletion betroffenen Gene sind nach heutigem Kenntnisstand Transskriptionsregulatoren und ein Gen, das in der Regulation des Calciumtransportes eine Rolle spielt.
Bei fast 90 % der Betroffenen liegt eine Neumutation vor.
